Welfenbund e.V.

Schloss Cumberland

Die Villa des Herzogs von Cumberland in Gmunden

 

Stich aus dem Jahre 1887

 

 

 

 

Das Königreich Hannover nahm an der Seite Österreichs am Krieg von 1866 gegen Preußen teil. Nach der endgültigen Niederlage und der Kapitulation von Langensalza musste König Georg V und sein Sohn Kronprinz Ernst August ihr Land verlassen. Sie gingen ins Exil nach Österreich, wo sie vorwiegend im heutigen Palais Cumberland (1140 Wien, Penzinger Straße 7 - 9) residierten. Es war ihnen gelungen den größten Teil ihres riesigen Vermögens mitzunehmen. Den Sommer verbrachte die Familie meist in Gmunden. Kronprinz Ernst August nahm 1878 den Titel eines Herzogs von Cumberland an, ohne aber auf seine Thronansprüche zu verzichten. Er ließ ab 1882 auf einem etwa 80 m hohen Bergrücken nördlich von Gmunden Schloss Cumberland errichten und lebte hier von 1886 bis zu seinem Tode im Jahr 1923. Der Bau wurde nach Plänen des hannoveranischen Architekten Ferdinand Schorbach errichtet. Die Bauleitung lag beim Hofbaurat Rundspaden. Im Schloss wurden damals auch die weltberühmten Pretiosen des Welfenschatzes verwahrt. Sein Glanzstück war die sog. Welfenbibel. 1930 wurde das wegen seiner Größe nicht wirklich wohnliche Schloss in ein Welfisches Haus- und Familienmuseum umgewandelt. Herzog Ernst August II zog sich mit seiner Familie in die in unmittelbarer Nähe des Schlosses gelegene Villa Weinberg zurück. Bereits 1938 richteten die deutschen Nationalsozialisten im Schloss eine Gauschulungsburg ein. Von 1940 bis 1945 diente das Gebäude als Kriegslazarett. Danach wurde es als TBC-Spital verwendet. Als dieses 1972 geschlossen wurde, wandelte man es in eine Landes-Pflegeanstalt um. Diesem Zweck dient es noch heute. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte die Urenkelin Georgs V, Friederike, Königin von Griechenland den Besitz geerbt. Das Land Oberösterreich kaufte 1979 das Schloss von der herzoglichen Cumberland-Stiftung und ließ es umfassend restaurieren. Im Jahr 2000 kam es zu einer neuerlichen Generalsanierung.

StiegenhausSchloss Cumberland ist mit seinen Nebengebäuden, wie Stallungen, Werkstätten und Personalwohnungen der größte und bedeutendste Schlossbau des Historismus in Oberösterreich. Es ist ein in den Formen der Neugotik mit Türmen, Erkern und steilen Dächern stark gegliederter dreigeschossiger Baukörper. Die Hauptgeschosse sind in Kalksandsein aufgemauert, während man für das Dachgeschoß Ziegelfachwerk verwendete. Das Schloss war mehr zum Repräsentieren als zum Wohnen bestimmt. Es eignete sich daher sehr gut als Museum. In der Eingangshalle und im Vestibül waren damals Waffen aus der Zeit um 1866 ausgestellt. Das Stiegenhaus war mit Rüstungen dekoriert. Die Jagdhalle enthielt Jagdtrophäen des Herzogs und orientalische Waffen, die bis in das 13. Jh. zurückreichten. Die als Festsaal gedachte große Halle war mit zehn großen Wandgemälden geschmückt, die die wichtigsten Ereignisse aus der Geschichte des Welfenhauses darstellten. Glanzstück des anschließenden Speisesaales war ein silberner Tafelaufsatz, der 1868 dem Königspaar von den Hannoveranern zur Silbernen Hochzeit geschenkt worden war. Sehenswert ist die Kapelle, deren Altargemälde aus der Schule Lucas Cranachs stammte. Überall im Schloss hingen Familienporträts und sonstige Gemälde. Im zweiten und dritten Stock lagen die Privaträume, im Dachgeschoß die Gästezimmer. Die wertvolle Inneneinrichtung ist natürlich verschwunden und hat einer zweckbestimmten Möblierung Platz machen müssen. Die wandfeste Ausstattung ist jedoch weitgehend erhalten. Kachelöfen, Wandverkleidungen, Luster, Glasmalereien, Beschläge, Fenster und Türen geben immer noch ein gutes Bild von der einst prächtigen Originalausstattung des Schlosses. An seiner Ostseite liegt das Familienmausoleum. Der das Schloss umgebende prächtige Park ist zwar immer noch groß, doch wurden beträchtliche Teile davon als Bauland umgewidmet und verbaut.

Lage: Oberösterreich/Salzkammergut

Ort/Adresse: 4819 Gmunden, Cumberlandstraße 36

Besichtigung: nur von außen möglich

Homepage: www.schloss-cumberland.at

 

 Schloss Cumberland 2013

 

 

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